• 30.09.2022 23:59

Ein durchschnittlicher Flawiler Haushalt bezahlt nächstes Jahr inklusive Mehrwertsteuer rund 602 Franken mehr für Strom. Verursacher dieser enormen Preissteigerung sind die extremen Preisentwicklungen an den internationalen Energiebörsen. Vergrössert werden die Mehrkosten durch steigende Preise in den vorgelagerten Netzen sowie Mehrkosten für die Beschaffung der Netzverluste.

Durchschnittlich 602 Franken Mehrkosten für private Haushalte

Unsere Stromkundinnen und Stromkunden müssen im nächsten Jahr mehr für Netznutzung und Energie bezahlen. Am Beispiel der Verbraucherkategorie "H4" gemäss ElCom, einer 5- Zimmerwohnung mit Elektroherd und Tumbler mit einem Verbrauch von 4'500 Kilowattstunden pro Jahr, steigt der Strompreis um 63 Prozent oder in absoluten Zahlen um rund 12.4 Rappen pro Kilowattstunde. In der genannten Verbraucherkategorie bedeutet dies Mehrkosten in den jährlichen Stromausgaben inkl. Mehrwertsteuer von rund 602 Franken.

Energiepreise an internationalen Börsen verzehnfacht

Die durchschnittlich rund 11.7 Rappen pro Kilowattstunde Mehrkosten in der Energiebeschaffung sind der Hauptgrund für die massive Preiserhöhung. Weitere Preiskomponenten der Energie wie Risikozuschläge, Labels und Herkunftsnachweise steigen ebenfalls, fallen jedoch im Verhältnis zu den Energiekosten moderat aus. Das anhaltend hohe Preisniveau an den internationalen Energiebörsen hat einen preissteigernden Einfluss auf die kommenden Jahre. Eine schnelle Entspannung scheint aus heutiger Sicht nicht realistisch. Verlässliche Aussagen sind jedoch aufgrund der geopolitischen Lage, der drohenden Energiemangellage und den dadurch extremen Volatilitäten an den Märkten unmöglich.

Netzkosten steigen moderat, Abgaben sind stabil 

Die vorgelagerten Netzbetreiber auf allen Netzebenen erhöhen erneut ihre Preise. Unter anderem steigen in allen Netzen die Kosten für die Beschaffung der Netzverluste, so auch in Flawil. Hinzu kommt eine Preiserhöhung bei den allgemeinen Systemdienstleistungen (SDL). Bedingt durch diese Mehrkosten müssen wir auch die Netznutzungstarife in Flawil im Durchschnitt um 0.73 Rappen pro Kilowattstunde erhöhen.

Die Abgaben an die Gemeinde und der Netzzuschlag gemäss Art. 35 des Energiegesetzes bleiben unverändert.

Rückvergütung für ins Netz eingespeiste Energie steigt im gleichen Verhältnis

Positive Nachrichten gibt es für alle Stromproduzentinnen und Stromproduzenten in unserem Versorgungsgebiet. Entsprechend den höheren Energiepreisen steigt auch die Rückvergütung für ins TBF-Netz eingespeiste Energie. Diese wird im kommenden Jahr mit 17.35 Rappen pro Kilowattstunde vergütet. Hinzu kommt für erneuerbare Energie von Photovoltaikanlagen die zusätzliche Vergütung für die Herkunftsnachweise durch die Gemeinde Flawil. Dieser Ansatz wird auf der Webseite der Energiestadt Flawil veröffentlicht.

Die neuen Strompreise sind im Bereich Strom einsehbar. Bei Fragen stehen wir Ihnen unter der Telefonnummer 071 394 90 00 oder an der Wilerstrasse 163 zu den üblichen Bürozeiten zur Verfügung.

 

 

Preisentwicklung der Jahresprodukte Energie ab Januar 2021 (Bild: Marktdaten Kundenportal Energieplattform AG):